Über die ÖGG

Die Österreichische Geographische Gesellschaft, 1856 gegründet, ist ein ehrenamtlicher Verein mit rund 1.300 Mitgliedern im In- und Ausland. Die Aufgaben des Vereines werden vom Vorstand wahrgenommen, wobei der geschäftsführende Vorstand das zentrale Steuerungsgremium darstellt. Zur Förderung und Verbreitung geographischen Wissens organisiert die ÖGG regelmäßig Vorträge und Exkursionen. Zentrales Publikationsorgan der  ÖGG ist die SSCI-gelistete Zeitschrift „Mitteilungen der Österreichischen Geographsichen Gesellschaft“, die jedes Jahr im Dezember erscheint.  

 

Die Zielsetzung des Vereins

Als geographische Fachgesellschaft verfolgt die ÖGG das Ziel, die Entwicklung der Geographie als Fachdisziplin, die Vernetzung geographischen Wissens zwischen Hochschulen, Forschung und Bildung sowie die Wissenschaftskommunikation zu unterstützen. Sie hat die Aufgabe,

 

>> die Geographie als Fachwissenschaft sowie als Problemlösungs- und Bildungsfach in der Öffentlichkeit und in der gesamten Gesellschaft bekannt zu machen und wirkungsvoll zu vertreten und das Bild der Geographie in der öffentlichen Meinung mitzugestalten,

>> geographische Forschung zu fördern und geographisches Wissen für die interessierte Öffentlichkeit kritisch und kompetent zu vermitteln und damit das Interesse für die Geographie zu beleben,
    
>> den Austausch von geographischen Wissen und Praxiserfahrung zwischen Universitäten, Praxis und Alltagsleben zu fördern,     
          
>> zu sensibilisieren für die Probleme des menschlichen Raumbezuges und der Raumgestaltung, für Umweltkonflikte und soziokulturelle Verträglichkeit von Entwicklungen im globalen, nationalen, regionalen und lokalen Maßstabsbereich und dazu beizutragen, dass Unterschiede in den Natur- und Lebensbedingungen und den kulturellen Verhältnissen vorurteilsfrei und sachbezogen beurteilt und geachtet werden.

 

Tradition und Geschichte

Die Österreichische Geographische Gesellschaft wurde 1856 in Wien gegründet ist damit einer der ältesten Geographischen Gesellschaften weltweit. An der Gründung waren Friedrich Simony sowie Wilhelm von Haidinger maßgeblich beteiligt. 

 

Die Gründer der ÖGG

links: Wilhelm von Haidinger, Präsident der k.k. Geologischen Reichsanstalt Wien; rechts: Friedrich Simony, erster Professor für Geograpie an der Universität Wien
Foto: Bildarchiv ÖGG 

 

 

 

 

 

 

Auszug aus dem Protokoll der Vorstandssitzung vom 4. November 1856 (Quelle: Bildarchiv ÖGG)

 

Im folgenden Jahr wird der erste Band der „Mitteilungen der Österreichischen Geographischen Gesellschaft“ herausgegeben. Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert – der letzten Phase des Zeitalters der Entdeckungen – ist die ÖGG maßgeblich an zahlreichen spektakulären Entdeckungsreisen beteiligt: etwa der Weltumseglung der Fregatte „Novarra“, der Nordpolexpedition und führt zahlreiche Forschungsreisen nach Afrika, Südeuropa sowie viele andere Gebiete der Erde durch.

Die beiden Weltkriege und die Zwischenkriegszeit stellten eine schwierige Phase für die ÖGG dar, gekennzeichnet durch einen gesellschaftlichen Bedeutungsverlust, der zu einer Verarmung des Vereins führte sowie der Einführung von Zwangsstatuten seit dem Anschluss im März 1938. In den 1950er Jahren konnte sich die ÖGG wieder stabilisieren; es kam zu einer Regionalisierung des Vereins, die zur Gründung von Außenstellen in Salzburg (1952) und Krems (1958-1976), rechtlich selbstständigen Zweigvereinen in Innsbruck (1971 IGG, Link) und Salzburg (2001-2012) sowie Zweigstellen in Graz (1987) und Klagenfurt (1989) führte. Die fachliche Spezialisierung mündete in der Gründung von Kommission oder Fachgruppen: 1961 wird die Kartographische Kommission gegründet; es folgt die Kommission für Geomorphologie (1987), für Angewandte Geographie (1992) und für Fachdidaktik und Schulgeographie (1994). Im Jahr 2016 kam es zu einer Neugründung der Fachgruppe für "Geographie und sozioökonomische Bildung" (GESÖB).

Im Rahmen der 150-Jahrfeier der ÖGG im Jahr 2006 wurden zwei Bände herausgegeben, in denen die Geschichte des Vereins detailliert dargestellt ist:


Kretschmer, I. und Fasching, G. (Hrsg.) (2006): Österreich in der Welt. Die Welt in Österreich. Chronik der Österreichischen Geographischen Gesellschaft. 150 Jahre (1856-2006). Selbstverlag der ÖGG, Wien.

Kretschmer, I. (Hrsg.) (2007): Das Jubiläum der Österreichischen Geographischen Gesellschaft. 150 Jahre (1856-2006). Selbstverlag der ÖGG, Wien.

 

Beide Bände können über den Buchhandel sowie über den Selbstverlag der ÖGG bezogen werden.